Kennst du deine Potenziale?

Potenziale entdecken Christina Thiel

Ich habe vor ein paar Tagen eine wunderbare Begegnung auf der Messe Personal #zp2018 gehabt. Eine Ausstellerin bietet eine Potenzialanalyse  in Form eines Onlinetests an. Klar, dass wir sofort ein Gesprächsthema hatten, denn für viele meiner Kunden beschäftigen sich genau mit diesem Thema.

Denn wir müssen unsere Potenziale überall kennen: In der Berufsorientierung, in Bewerbungsanschreiben, im Vorstellungsgespräch…

Was mir besonders hängen blieb: Die Ausstellerin sagte, dass es ca. 140 unterschiedliche Potenziale gibt (!), wir in unserem aktiven Wortschatz aber nur ganz wenige verwenden. Auch ich stelle fest, dass es 3 klassische Potenziale gibt, die ich auf Anhieb immer wieder höre:

  • Pünktlichkeit
  • Zuverlässigkeit
  • Teamfähigkeit

 

Keine Frage, alles gute und wichtige Potenziale. Aber meinst du nicht auch, dass darüber hinaus noch viel mehr in dir steckt? Laut Aussage dieser Ausstellerin müssten noch ca. 137 Potenziale übrig bleiben…ich vermute, dir gehts auch ähnlich. Oder kannst du „auf Kommandeo“ 10-20 deiner Potenziale nennen und begründen? Wie wäre es also, wenn du noch viel mehr deiner Potenziale kennenlernen würdest? 

 

Potenziale … sind eigentlich was genau? Und warum ist es so wichtig, dass du deine Potenziale kennst?

Potenziale sollen in diesem Artikel als „Fähigkeit“, oder auch als „Kompetenz“ verstanden werden. Erinnerst du dich: Ich sagte, du musst deine Potenziale an vielen Stellen kennen, in diesem Artikel beschränke ich mich aber auf das Thema „Jobsuche“. Du musst deine Potenziale kennen, um den richtigen Job für dich zu finden. Und wenn du nur mit den drei oben genannten arbeitest, wird deine Suche ziemlich schwierig werden…Ich erlebe es leider immer wieder, dass meine Kunden meinen, sie hätten keine oder nur sehr wenige Potenziale. Was macht das mit Ihnen? Es macht sie vor allem: Klein im Selbstbewusstsein. „Ich kann doch nichts Besonderes“ ist eine Aussage, die ich sogar sehr häufig höre. Wie schade, denn hier geht tatsächlich so viel Potenzial verloren! Stell dir vor, du arbeitest in einem Job, der deinen Potenzialen entspricht – du übst ihn gerne aus, siehst einen Sinn in deinem Tun und bringst gute Ergebnisse. Deine Potenziale zu entdecken, ist also auf dem Weg zu deinem Traumjob unvermeidbar. Und mit den richtigen Methoden auch gar nicht sooo schwer.

 

Warum beschäftigen wir uns so ungern mit dem Thema „Potenziale entdecken“?

Auch bei der Antwort auf diese Frage denke ich an meinen Messebesuch. In Vorträgen und persönlichen Gesprächen hörte ich immer wieder heraus, dass wir auf unsere Defizite, die in uns schlummern, ausgerichtet sind. Ok, eigentlich nichts Neues, aber immer wieder aktuell…Vieles sehen wir durch die negative Brille: Das Wetter ist zu warm, das Wetter ist zu kalt, die Schlange beim Einchecken am Flughafen zu lang usw. So gehen wir auch mit uns um. Wir sind defizitorientiert und können sofort aufzählen, was wir alles NICHT können. Die positiven Eigenschaften sind uns nicht wirklich präsent, wir verdrängen sie oder schämen uns, diese auszusprechen. Was geht hier an Möglichkeiten verloren! Zumindest DU solltest dir in regelmäßigen Abständen deiner Potenziale bewusst werden und sie aussprechen. Das muss ja nicht wie ein Marktschreier ablaufen, es reicht, wenn du sie dir selber nennst. Was macht das mit dir? Es stärkt dich, dein Selbstwertgefühl wächst und letztendlich ist es auch eine Überprüfung, ob du jobtechnisch dort eingesetzt bist, wo deine Potenziale bestens zum Einsatz kommen. Ich formuliere es mal aus einer anderen Sichtweise: Stelle dir mal vor, alle Menschen arbeiten dort, wo sie ihre Potenziale optimal entfalten können, ihre Leistungsfähigkeit bestens erreicht wird und ihre Arbeit ihnen sogar so viel Spaß macht, dass sie nicht mehr sagen müssen:

 

  • „Montag – noch so lange bis zum Wochenende!“
  • „Puh, noch 3 Monate bis zum nächsten Urlaub…“
  • „Oh Gott, erst der halbe Tag heute rum…“

 

Stelle dir auch vor, welche Vorteile es für uns alle hätte, wenn unsere Arbeitsergebnisse dadurch gesteigert, Umsätze auf so eine schöne Art und Weise gesteigert werden könnten und wir somit wirtschaftlich (noch) besser dastünden? Gut, das ist etwas pathetisch, aber warum darf man nicht mal ein bißchen träumen…Ich bin schon fest davon überzeugt, jetzt werde ich wieder sachlich, dass es wirtschaftliche Vorteile bringt, wenn wir beruflich dort eingesetzt sind, wo wir unsere Potenziale am besten ausschöpfen können.

 

Wie kannst du aber nun deine Potenziale entdecken? Lerne drei Techniken kennen!

1. Schreibe deine Hobbys auf

Ich arbeite mit diesem vermeintlichen einfachen „Trick“ immer sehr gerne. Deine Hobbys übst du ja nunmal freiwillig aus, hast Spaß an ihnen und wir könne daraus so viele Erkenntnisse gewinnen: Bist du ein Zahlenmensch? Bist du jemand, der gerne Verantwortung übernimmt? Fühlst du dich im kreativen Bereich zu Hause? Du denkst: Das weiß ich doch auch so alles! Hand aufs Herz: Du weißt es sicherlich, dir ist es aber wahrscheinlich nicht so bewusst.

Ein Beispiel: Vor vielen Jahren saß ein Teilnehmer in einem meiner Seminare, es ging genau darum, seine Stärken für den „Traumjob“ zu finden. Er kam in den Seminarraum mit seinem Fahrrad unterm Arm. Dieses lässt er nie alleine, hat es stets unter Aufsicht…damals arbeitete er noch bei einer Bank in Teilzeit, nebenbei war er Fahrradkurier, was ihn total begeisterte. Er erzählte stets und ständig von seinem Fahrrad – kam aber nicht von selbst darauf, dass er sich in diese Richtung beruflich umorientieren müsste. Den anderen Seminarteilnehmern war das von Anfang an klar, nur ihm nicht. Wir schlugen ihm diesen Bereich vor und es fiel ihm wie Tomaten von den Augen, er suchte nach Stellenangeboten, ging zum Fotografen (natürlich war auch das Rad mit auf dem Foto) und hat sehr schnell ein Vorstellungsgespräch bekommen. Diese wirklich wahre Geschichte zeigt dir, wie kurzsichtig wir doch ohne eine Methode sind.

Lieber Teilnehmer: Abgesehen davon, dass ich NIEMALS deinen Namen veröffentlichen würde, ich kenne ihn tatsächlich nicht mehr und wüsste so gerne, was aus dieser Geschichte geworden ist. Wenn du diesen Artikel liest, freue ich mich, wenn du dich bei mir meldest!

 

2. Führe eine Selbst- und Fremdeinschätzung durch

Suche dir am besten im Internet eine Liste mit Kompetenzen/ Eigenschaften heraus. Drucke sie 2fach aus und suche dir einen Menschen deiner Wahl, der dich sehr gut kennt. Nun bewertest du diese Eigenschaften. Du kannst das z.B. mit Hilfe des Schulnotensystems tun. Du kannst auch bei Eigenschaften, die du sehr gut bewertest notieren, bei welchen Ereignissen du diese Potenziale schon nuten konntest. Das Gleiche macht die 2. Person, natürlich alleine. Wenn ihr beiden fertig seid, vergleicht ihr eure Ergebnisse. Sei gespannt, was dabei herauskommt!

 

3. Notiere deine Lebensreise

Lege dir ein großes Blatt, am besten sogar eine Tapete, zurecht. Notiere dir wichtige Daten in deinem Leben, schöne und weniger schöne. Schreibe eine kleine Geschichte zu diesen Daten oder mache dir Notizen. Überlege dir genau, welche Eigenschaften du in dieser Zeit besonders ausgeschöpft hast. Beispiel: Du hast geheiratet und die Hochzeit vorbereitet. Vielleicht konntest du deine Organisationsstärke nutzen? Vielleicht hast du dich mit der Deko kreativ auseinander gesetzt? Vielleicht hast du sogar am Rechner viel gearbeitet und deine Software aktualisiert, Fotos in der cloud zur Verfügung gestellt…

 

Deine Potenziale: Wenn du weißt, wie du sie herausfindest, bist du deinem „Traumjob“ schon etwas näher!

Du siehst, es gibt Möglichkeiten und Methoden, wie du deinen Potenzialen auf die Spur kommen kannst. Du kannst das gerne auch „Strategische Potenzialsuche“ nennen, wie auch immer, uns fällt es nunmal sehr schwer, auf Knopfdruck zu antworten. Durch diese 3 Methoden hast du die Möglichkeit, dich besser kennen zu lernen. Probiere es aus!

 

Habe ich dir Denkanstöße geben können? Wenn ja, freue ich mich über einen Kommentar ;-))

 

Sei herzlichst gegrüßt

deine Christina

Christina Thiel Karriereberatung

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