Berufung finden – Mach Karriere in deinem Traumjob!

Christina Thiel Karrierecoaching

Berufung … ein Teekesselchen

Du kennst bestimmt noch das Spiel „Teekesselchen“ aus deiner Kinderzeit, oder? In diesem Spiel geht es um einen Begriff mit zwei unterschiedlichen Bedeutungen. Ich benutze sehr häufig in meinem Kontext den Begriff „Berufung“ und bin neulich darüber gestolpert, dass dieser, natürlich!, auch noch eine andere Bedeutung hat: Revision. Ein juristischer Begriff, der rein gar nichts mit meinem Inhalt zu tun hat. Wenn ich über „Berufung finden“ spreche, dann Weiterlesen →

Wertschätzung in Unternehmen – die neue Währung

Christina Thiel Jubel

Vorab:

Dies ist KEIN Artikel, der sich auf die neueste Studie xy bezieht. Dies ist ein sehr subjektiver Artikel, in dem ich meine Eindrücke, insbesondere was die Unternehmenskultur betrifft,  von der Zukunft Personal 2018 schildere (ja, sie wirkt immer noch nach…).  Dies ist KEIN Artikel, mit den besten Tipps zum Thema xy. Dieser Artikel soll allein Mut machen, denn in fast allen Gesprächen mit meinen Kunden habe ich inzwischen mit dem Thema „Wertschätzung“ zu tun. Heute berichte ich dir, welche Erfahrung ich dazu auf der „Zukunft Personal 2018“ in Köln gemacht habe, denn dich interessiert bestimmt, wie Unternehmen mit diesem Thema umgehen, oder? Und dieses Thema war auf der Messe absolut greifbar! Wertschätzung wird zur neuen Währung!

Eine neue, wertschätzende Unternehmenskultur zieht ein

 

Zukunft der Arbeit Christina Thiel

Das sind die Themen, die in Unternehmen einziehen bzw. einziehen werden! Wertschätzung, Wissen teilen, Konkurrenzdenken verringern.  Und trotzdem oder gerade deswegen: Wirtschaftlicher und effizienter arbeiten! Warum? Weil die Mitarbeiter sich als Teil des Unternehmens identifizieren, ernster genommen werden, angehört werden. Die Führungskraft verstehet, dass sie nicht allwissend ist. In Zeiten des Arbeitskräftemangels ziehen Mitarbeiter weiter, wenn sie diese Wertschätzung nicht erleben

Was bedeutet der Einzug von „Wertschätzung“ in Unternehmen für dich?

Dein Wunsch nach Wertschätzung wird sich zumindest teilweise erfüllen, davon bin ich zu 100 Prozent überzeugt.  Z.B. mehr Homeoffice, bessere Vereinbarung von Familie und Beruf, flachere Hierarchien, verstärkte Mitarbeiterbeteiligungen usw. Die Unternehmenskultur ändert sich, z.B. indem sich Unternehmen für die Gesundheit der Mitarbeiter interessieren und sich sogar aktiv um diese kümmern. Am Rande: Auf besagter Messer gab es eine Menge Anbieter, die Unternehmen ein „Dienstfahrrad“ anbieten. Das Dienstfahrrad ist der neue Dienstwagen! Gefördert vom Unternehmen für die eigenen Mitarbeiter. Das Fahrrad als Statussymbol! Lass es dir auf der Zunge zergehen…

Weniger Konkurrenzdenken = mehr Energie für die wichtigen Dinge. Fokussierung auf das, was wichtig ist. Prioritäten setzen und damit letztendlich wirtschaftlicher arbeiten … und das funktioniert sogar!

Also …

… es gibt  Hoffnung ;-)) Dass wir beteiligter Arbeiten dürfen, Rücksicht auf unsere persönliche Situation genommen wird, uns Möglichkeiten gegeben werden, gesünder und ausgeglichener zu arbeiten. Natürlich hast du Recht, wenn du sagst: Davon spüre ich aber nichts. Es wird sich langsam etwas ändern, aber wir sind auf einem guten Weg. Und schließlich müssen ja auch wir ein Stück diese neue Kultur leben. „Konkurrenzdenken verringern“ heißt doch auch, dass wir nicht in jedem Kollegen eine Konkurrenz sehen, oder?

Habe ich dir ein bißchen Mut gemacht? Ich hoffe doch! Schreibe mir einen Kommentar in das Kommentarfeld und schildere mir deine Eindrücke zu diesem Thema, ich freue mich!

Bis bald

deine Christina

 

Christina Thiel Karriereberatung

Kennst du deine Potenziale?

Potenziale entdecken Christina Thiel

Ich habe vor ein paar Tagen eine wunderbare Begegnung auf der Messe Personal #zp2018 gehabt. Eine Ausstellerin bietet eine Potenzialanalyse  in Form eines Onlinetests an. Klar, dass wir sofort ein Gesprächsthema hatten, denn für viele meiner Kunden beschäftigen sich genau mit diesem Thema.

Denn wir müssen unsere Potenziale überall kennen: In der Berufsorientierung, in Bewerbungsanschreiben, im Vorstellungsgespräch…

Was mir besonders hängen blieb: Die Ausstellerin sagte, dass es ca. 140 unterschiedliche Potenziale gibt (!), wir in unserem aktiven Wortschatz aber nur ganz wenige verwenden. Auch ich stelle fest, dass es 3 klassische Potenziale gibt, die ich auf Anhieb immer wieder höre:

  • Pünktlichkeit
  • Zuverlässigkeit
  • Teamfähigkeit

 

Keine Frage, alles gute und wichtige Potenziale. Aber meinst du nicht auch, dass darüber hinaus noch viel mehr in dir steckt? Laut Aussage dieser Ausstellerin müssten noch ca. 137 Potenziale übrig bleiben…ich vermute, dir gehts auch ähnlich. Oder kannst du „auf Kommandeo“ 10-20 deiner Potenziale nennen und begründen? Wie wäre es also, wenn du noch viel mehr deiner Potenziale kennenlernen würdest? 

 

Potenziale … sind eigentlich was genau? Und warum ist es so wichtig, dass du deine Potenziale kennst?

Potenziale sollen in diesem Artikel als „Fähigkeit“, oder auch als „Kompetenz“ verstanden werden. Erinnerst du dich: Ich sagte, du musst deine Potenziale an vielen Stellen kennen, in diesem Artikel beschränke ich mich aber auf das Thema „Jobsuche“. Du musst deine Potenziale kennen, um den richtigen Job für dich zu finden. Und wenn du nur mit den drei oben genannten arbeitest, wird deine Suche ziemlich schwierig werden…Ich erlebe es leider immer wieder, dass meine Kunden meinen, sie hätten keine oder nur sehr wenige Potenziale. Was macht das mit Ihnen? Es macht sie vor allem: Klein im Selbstbewusstsein. „Ich kann doch nichts Besonderes“ ist eine Aussage, die ich sogar sehr häufig höre. Wie schade, denn hier geht tatsächlich so viel Potenzial verloren! Stell dir vor, du arbeitest in einem Job, der deinen Potenzialen entspricht – du übst ihn gerne aus, siehst einen Sinn in deinem Tun und bringst gute Ergebnisse. Deine Potenziale zu entdecken, ist also auf dem Weg zu deinem Traumjob unvermeidbar. Und mit den richtigen Methoden auch gar nicht sooo schwer.

 

Warum beschäftigen wir uns so ungern mit dem Thema „Potenziale entdecken“?

Auch bei der Antwort auf diese Frage denke ich an meinen Messebesuch. In Vorträgen und persönlichen Gesprächen hörte ich immer wieder heraus, dass wir auf unsere Defizite, die in uns schlummern, ausgerichtet sind. Ok, eigentlich nichts Neues, aber immer wieder aktuell…Vieles sehen wir durch die negative Brille: Das Wetter ist zu warm, das Wetter ist zu kalt, die Schlange beim Einchecken am Flughafen zu lang usw. So gehen wir auch mit uns um. Wir sind defizitorientiert und können sofort aufzählen, was wir alles NICHT können. Die positiven Eigenschaften sind uns nicht wirklich präsent, wir verdrängen sie oder schämen uns, diese auszusprechen. Was geht hier an Möglichkeiten verloren! Zumindest DU solltest dir in regelmäßigen Abständen deiner Potenziale bewusst werden und sie aussprechen. Das muss ja nicht wie ein Marktschreier ablaufen, es reicht, wenn du sie dir selber nennst. Was macht das mit dir? Es stärkt dich, dein Selbstwertgefühl wächst und letztendlich ist es auch eine Überprüfung, ob du jobtechnisch dort eingesetzt bist, wo deine Potenziale bestens zum Einsatz kommen. Ich formuliere es mal aus einer anderen Sichtweise: Stelle dir mal vor, alle Menschen arbeiten dort, wo sie ihre Potenziale optimal entfalten können, ihre Leistungsfähigkeit bestens erreicht wird und ihre Arbeit ihnen sogar so viel Spaß macht, dass sie nicht mehr sagen müssen:

 

  • „Montag – noch so lange bis zum Wochenende!“
  • „Puh, noch 3 Monate bis zum nächsten Urlaub…“
  • „Oh Gott, erst der halbe Tag heute rum…“

 

Stelle dir auch vor, welche Vorteile es für uns alle hätte, wenn unsere Arbeitsergebnisse dadurch gesteigert, Umsätze auf so eine schöne Art und Weise gesteigert werden könnten und wir somit wirtschaftlich (noch) besser dastünden? Gut, das ist etwas pathetisch, aber warum darf man nicht mal ein bißchen träumen…Ich bin schon fest davon überzeugt, jetzt werde ich wieder sachlich, dass es wirtschaftliche Vorteile bringt, wenn wir beruflich dort eingesetzt sind, wo wir unsere Potenziale am besten ausschöpfen können.

 

Wie kannst du aber nun deine Potenziale entdecken? Lerne drei Techniken kennen!

1. Schreibe deine Hobbys auf

Ich arbeite mit diesem vermeintlichen einfachen „Trick“ immer sehr gerne. Deine Hobbys übst du ja nunmal freiwillig aus, hast Spaß an ihnen und wir könne daraus so viele Erkenntnisse gewinnen: Bist du ein Zahlenmensch? Bist du jemand, der gerne Verantwortung übernimmt? Fühlst du dich im kreativen Bereich zu Hause? Du denkst: Das weiß ich doch auch so alles! Hand aufs Herz: Du weißt es sicherlich, dir ist es aber wahrscheinlich nicht so bewusst.

Ein Beispiel: Vor vielen Jahren saß ein Teilnehmer in einem meiner Seminare, es ging genau darum, seine Stärken für den „Traumjob“ zu finden. Er kam in den Seminarraum mit seinem Fahrrad unterm Arm. Dieses lässt er nie alleine, hat es stets unter Aufsicht…damals arbeitete er noch bei einer Bank in Teilzeit, nebenbei war er Fahrradkurier, was ihn total begeisterte. Er erzählte stets und ständig von seinem Fahrrad – kam aber nicht von selbst darauf, dass er sich in diese Richtung beruflich umorientieren müsste. Den anderen Seminarteilnehmern war das von Anfang an klar, nur ihm nicht. Wir schlugen ihm diesen Bereich vor und es fiel ihm wie Tomaten von den Augen, er suchte nach Stellenangeboten, ging zum Fotografen (natürlich war auch das Rad mit auf dem Foto) und hat sehr schnell ein Vorstellungsgespräch bekommen. Diese wirklich wahre Geschichte zeigt dir, wie kurzsichtig wir doch ohne eine Methode sind.

Lieber Teilnehmer: Abgesehen davon, dass ich NIEMALS deinen Namen veröffentlichen würde, ich kenne ihn tatsächlich nicht mehr und wüsste so gerne, was aus dieser Geschichte geworden ist. Wenn du diesen Artikel liest, freue ich mich, wenn du dich bei mir meldest!

 

2. Führe eine Selbst- und Fremdeinschätzung durch

Suche dir am besten im Internet eine Liste mit Kompetenzen/ Eigenschaften heraus. Drucke sie 2fach aus und suche dir einen Menschen deiner Wahl, der dich sehr gut kennt. Nun bewertest du diese Eigenschaften. Du kannst das z.B. mit Hilfe des Schulnotensystems tun. Du kannst auch bei Eigenschaften, die du sehr gut bewertest notieren, bei welchen Ereignissen du diese Potenziale schon nuten konntest. Das Gleiche macht die 2. Person, natürlich alleine. Wenn ihr beiden fertig seid, vergleicht ihr eure Ergebnisse. Sei gespannt, was dabei herauskommt!

 

3. Notiere deine Lebensreise

Lege dir ein großes Blatt, am besten sogar eine Tapete, zurecht. Notiere dir wichtige Daten in deinem Leben, schöne und weniger schöne. Schreibe eine kleine Geschichte zu diesen Daten oder mache dir Notizen. Überlege dir genau, welche Eigenschaften du in dieser Zeit besonders ausgeschöpft hast. Beispiel: Du hast geheiratet und die Hochzeit vorbereitet. Vielleicht konntest du deine Organisationsstärke nutzen? Vielleicht hast du dich mit der Deko kreativ auseinander gesetzt? Vielleicht hast du sogar am Rechner viel gearbeitet und deine Software aktualisiert, Fotos in der cloud zur Verfügung gestellt…

 

Deine Potenziale: Wenn du weißt, wie du sie herausfindest, bist du deinem „Traumjob“ schon etwas näher!

Du siehst, es gibt Möglichkeiten und Methoden, wie du deinen Potenzialen auf die Spur kommen kannst. Du kannst das gerne auch „Strategische Potenzialsuche“ nennen, wie auch immer, uns fällt es nunmal sehr schwer, auf Knopfdruck zu antworten. Durch diese 3 Methoden hast du die Möglichkeit, dich besser kennen zu lernen. Probiere es aus!

 

Habe ich dir Denkanstöße geben können? Wenn ja, freue ich mich über einen Kommentar ;-))

 

Sei herzlichst gegrüßt

deine Christina

Christina Thiel Karriereberatung

Assessment Center: Infos, Übungen, Hintergründe

Christina Thiel Idee

Vorab

Hast du schon mal an einem Assessment Center (AC) teilgenommen? Wie hast du dich dabei gefühlt? Wenn du noch nicht zu einem Assessment Center (AC) eingeladen wurdest: Hast du von Freunden, Kollegen… schon darüber etwas mitbekommen? Wenn ja, dann gab es sicher Unbehagen, ein flaues Gefühl in der Magengegend, Unsicherheit.

Etwa so: 😨🤔😬 ???

Das kann ich gut nachvollziehen! Ist ein Vorstellungsgespräch schon eine besondere Prüfung, scheint es im AC nicht besser zu sein. Im Gegenteil: Alleine dadurch, dass ein AC viel länger als ein Vorstellungsgespräch dauert, ist es auf jeden Fall nervenaufreibender. Mit diesem Artikel möchte ich gerne ein bißchen Ruhe in deine Gedanken und Sorgen bringen. Dich sortieren, dich vorbereiten damit du möglichst entspannt und gut vorbereitet in dieses ganz spezielle Auswahlverfahren gehen kannst.

Definition

Gene bemühe ich mal wieder Wikipedia:

„Ein Assessment-Center (AC) (engl. assessment „Beurteilung“) ist eine Methode zur Einschätzung von Personen vor allem in den Bereichen der Personalauswahl und Personalentwicklung. Neben Ergebnissen von Arbeitssimulationen oder anderen Übungen (Rollenspiele, Gruppendiskussionen, Konzeptionsübungen u. a.) und deren Bewertung durch geschulte Beobachter („Assessoren“) können Leistungstests oder Persönlichkeitstests zur Einschätzung von Personen verwendet werden.[1] „

Mit anderen Worten:

Ein Assessment Center ist ein sehr spezielles Vorstellungsgespräch. Und nicht nur das: Es ist gar nicht NUR ein Gespräch, sondern vielmehr ein ganzer Auswahlprozess, in dem das persönliche Gespräch natürlich enthalten ist, aber ergänzt durch verschiedene weitere Aufgaben und Elemente. Während eines AC bist du nicht der einzige Bewerber. An einem AC nehmen stets mehrere Bewerber gleichzeitig teil. Nicht einfach, deiner direkten Konkurrenz gegenüber zu sitzen…

Für wen ist ein Assessment Center gedacht und warum?

Assessment Center werden am häufigsten für Führungskräfte, Hochschulabsolventen und auch interne Mitarbeiter eingesetzt, die sich auf eine Stelle bewerben. Ein AC wird entweder von internen Mitarbeitern oder von externen Beratern durchgeführt. Manchmal dauert es „nur“ einen Tag, manchmal sogar zwei oder sogar drei Tage. Es wird angewendet, weil man den Bewerber in unterschiedlichen Situationen wahrnehmen möchte und sich dadurch einen besseren Gesamteindruck verschaffen kann. Und genau hier setzt häufig der Stressauslöser an: Du denkst dir jetzt vielleicht „Hilfe, die nehmen mich total auseinander! Ich muss alles geben, damit ich bestens rüberkomme!“ Mmmhhh..das kannst du so sehen, ich finde aber, es ist nicht sehr förderlich. Wäre folgende Einstellung nicht hilfreicher? DU hast AUCH die Chance, das Unternehmen besser kennen zu lernen, dich in den (hoffentlich) firmeneigenen Räumen umzusehen und einen Eindruck zu bekommen, ob DU ins Unternehmen passt. Wir schreiben das Jahr 2018 – überspitzt formuliert: Heute muss sich ein Unternehmen auch um den Bewerber bemühen. Der Fachkräftemangel lässt grüßen. Denke mal drüber nach…

Ablauf eines Assessment Centers

Der Ablauf eines Assessment Centers ist jedes Mal recht ähnlich. Gestartet wird mit einer Selbstpräsentation. Hier geht es natürlich erstmal um dich, deinen Werdegang, deine Stärken, deine Motivation. Eine Selbstpräsentation kennst du vielleicht schon aus anderen Vorstellungsgesprächen, sie ist normalerweise Bestandteil jedes Bewerbungsverfahrens. Weil die Selbstpräsentation so wichtig ist, habe ich dazu einen eigenen Artikel geschrieben, du findest ihn HIER. Anschließend geht es weiter mit verschiedenen Übungen, sie unten. Zwischendurch hast du natürlich Pause, gemeinsames Mittagessen usw. Aber Achtung: Pausen dürfte ich eigentlich gar nicht sagen, denn Pausen sind es nicht wirklich. Auch hier stehst du unter Beobachtung. Wie ist dein Small Talk Verhalten? Wie sicher kommst du während des Essens rüber? Kennst du die Tisch- und Benimmregeln? Nach der Selbstpräsentation und einer möglichen „Pause“ geht es nun weiter mit den nächsten Übungen. Diskussionen, Präsentationen…

Aufgaben und Übungen im Assessment Center

Natürlich ist jedes AC neu und anders. Dennoch gibt es typische Elemente und Übungen, die sehr häufig verwendet werden und daher auch gut vorbereitet werden können. Denke immer daran, dass in jeder Übung Beobachter anwesend sind, meist mehrere, die dich und die anderen Bewerber unter ganz gewissen Gesichtspunkten beobachten und sich Notizen anfertigen. Von einer Übung habe ich dir ja schon berichtet, der Selbstpräsentation. Aber es gibt noch mehr: Gruppendiskussion, Verkaufsgespräch, Rollenspiel, Präsentation, Postkorb-Übung…das sind zwar nicht alle, aber doch die wichtigsten Elemente eines Assessment Centers. Ich stelle sie dir gerne näher vor.

Gruppendiskussion:

Hier steht ein konkretes Thema im Mittelpunkt. Das kann z.B. ein (aktuelles) wirtschaftliches oder ein politisches Thema sein. Halte dich also in den Wochen und Tagen vor einem AC auf dem Laufenden und lies Zeitung, siehe Nachrichten etc. Möglich auch, dass du dich mit deinen Mitstreitern  erstmal einigen musst, welches Thema ihr diskutieren möchtet. Wichtig ist es, dass du dich aktiv in die Gruppe einbringst, Stellung beziehst, deine Körpersprache richtig einsetzt und möglichst überzeugend deinen Standpunkt vertrittst. Mögliche Fehler: Du bist zu passiv und beteiligst dich zu wenig. Du bist zu aktiv und lässt keinen anderen zu Wort kommen. Du hörst den anderen zu wenig zu und kommunizierst zu wenig.

Rollenspiel:

Beim Rollenspiel spielst du nach genauer Vorgabe eine dir zugewiesene Position nach. Das kann ein Kundengespräch aber genauso ein Konfliktgespräch mit einem Kollegen oder Vorgesetzten sein. Meist hast du eine (zu kurze) Vorbereitungszeit, in der du dich auf den dir zugewiesenen Fall einarbeiten kannst. Wichtig sind im Rollenspiel: Dein Ausdrucksvermögen, deine non-verbale Kommunikation und deine Überzeugungskraft. Fehler, die du machen kannst: Du überzeugst zu wenig, erkennst nicht genau das Problem, findest keine Lösung.

Präsentation:

Die Präsentation ist nichts anderes als ein Vortrag. Auch hier erhältst du im Vorfeld ein Thema und hast eine vorgegebene Zeitdauer, in der du den Vortrag zusammenstellen kannst. Jede Präsentation steht und fällt mit der Persönlichkeit, die vorträgt. Ganz wichtig ist also, dass du weißt, wie du beim Publikum Interesse weckst, es neugierig machst und bei Laune hältst. Das schaffst du nur durch einen lebendigen roten Faden, durch einen geschickten Spannungsbogen und dadurch, das du dein Publikum „mitnimmst“. Binde es in den Vortrag interaktiv ein (stelle z.B. Fragen), mache mal einen Witz…Mögliche Fehler: Du verbreitest Langeweile und dein Publikum hört dir nicht mehr richtig zu.

Postkorb-Übung:

Der Klassiker im AC! In dieser Übung geht es darum, eine Situation nachzustellen, die dich unter Stress setzt. Die Aufgabe könnte sein, dass du aus dem Urlaub erstmals wieder ins Büro kommst und der Schreibtisch und das Emailfach voll mit wichtigen und unwichtigen Dingen gefüllt sind. Zeit hast du keine, denn das nächste Meeting in 30 Minuten steht schon an…Was tust du? Du musst dich entscheiden, welche Aufgaben dringend sind und sofort bearbeitet werden müssen. Welche können hingegen warten? Fehler, die du machen kannst: Nicht oder zu wenig unterscheiden zwischen „Muss sofort bearbeitet werden“  und „kann warten“. Zeitmanagement ist hier gefragt!

 

Worum geht es „eigentlich“ im Assessment Center?

 

Wie es auch im „einfachen“ Vorstellungsgespräch um die „Frage hinter der Frage“ geht, ist es im AC ähnlich. Natürlich geht es darum zu sehen,

➡ wie stressresistent bist?

➡ Wie gehst du mit Druck um?

➡ Wie kompromissbereit und überzeugend trittst du auf?

➡ Wie schnell kannst du dich in eine neue Aufgabe einarbeiten?

➡ Wie ist deine Körpersprache?

Es geht also über deine eigentlichen Fachkenntnisse weit hinaus. Es geht nicht darum, den Beobachter zu überzeugen von deiner Meinung. Es geht darum ihn davon zu überzeugen, wie überzeugt du dich verkaufst. Denn wie in jedem anderen Vorstellungsgespräch geht es zum großen Teil um deine Persönlichkeit und deine Motivation. Ja, und so hart es sich anhört: Ein Vorstellungsgespräch, ob mit oder ohne Assessment Center, ist und bleibt ein Verkaufsgespräch. Du hast das Ziel, dich zu verkaufen (= Produkt). Und der mögliche Käufer soll überzeugt werden, dass es ihm mit diesem Produkt besser geht. Das alleine ist ja eigentlich schon Herausforderung genug…

Wenn du verwandte Artikel von mir zum Thema AC lesen möchtest:

Selbstpräsentation

Small Talk

non-verbale Kommunikation

Zeitmanagement

 

Hast du Fragen, Anregungen,  Erfahrungsberichte? Dann schreibe in das Kommentarfeld und lasse anderer Leser an deinen Gedanken teilhaben!

 

Ich grüße dich ganz herzlich

Christina

 

Christina Thiel Karriereberatung

Lücken im Lebenslauf – bitte keine Panik!

Christina Thiel Jobfrust

 

„Liebe Christina, wie soll ich schreiben, dass ich 6 Monate lang nichts gemacht habe?“

„Wie kann ich vertuschen, dass ich in den letzten Monaten mehrfach meinen Job gewechselt habe?“

„Man sagt doch, der Lebenslauf darf keine Lücken haben…“

Bevor du weiter liest: Entspann dich…

Hilfe, ich habe Lücken im Lebenslauf  – das darf doch gar nicht sein!

 

Ok, fangen wir von vorne an. In meinen Coachings höre ich tatsächlich oft Sprüche wie oben beschrieben, sie sind keine Ausnahme! Auf die Fragen von oben gehe ich mit meinen Kunden erstmal gar nicht ein. Ich erkläre ihnen viel lieber, das ich Menschen mit Lücken im Lebenslauf mag. Ich mag sie sogar mehr, als Menschen ohne Lücken. Komisch, oder? Finde ich gar nicht. Ich finde Menschen, die nicht „glatt“ ihren Karriereweg gehen sondern hier und da „ausbüchsen“ viel spannender und interessanter. Menschen wachsen an ihren Lücken im Lebenslauf!  Ich mag Menschen mit Brüchen. Sie leben das Leben und brechen hier und da aus. Ok, ich meine das „erlaubte“ Ausbüchsen…ich rede hier natürlich nicht von krimineller Energie. Wenn jemand mich fragt „Was soll ich nur schreiben? Ich habe hier eine Lücke!“ – tja, dann kann ich leider nicht spontan eine Antwort geben. Aber ich kann anbieten, gemeinsam eine Lösung zu finden. WARUM es die Lücke im Lebenslauf gab. Und diese Frage ließ sich bis heute IMMER plausibel erklären.

 

Ändere deine Blickrichtung!

 

Das hängt viel mit der Blickrichtung zusammen. Wie sehe ich mich selbst? Wie werde ich gesehen? Welche Rückmeldungen dazu erhalte ich? Hier fühlen sich viele als Versager. Weil sie länger als 6 Monate krank waren. Weil sie vermeintlich zu häufig den Job gewechselt haben. Weil sie sich tatsächlich beruflich neu orientieren möchten.  Nur – bitteschön – wer sagt an dieser Stelle eigentlich, was richtig und was falsch ist? Wer kann mir erklären, wie ein „richtiger“ Lebenslauf aussieht? Falls du darauf eine Antwort hast, schreibe mir bitte…

Ich war neulich in einem Bewerbungscoaching mit jungen syrischen Flüchtlingen. Thema war auch, den Lebenslauf zu erstellen. Alle sprachen fast perfektes deutsch und waren in ihrer Heimat sehr gut ausgebildet. Sie waren zwischen 20 und 30 Jahre alt und manche mussten ihr Land nach dem Abi verlassen. Dass es etwas anderes ist, in den Nachrichten diese Menschen zu sehen als live, spricht von selbst. Von einigen dieser Menschen wurde ich nun tatsächlich gefragt, wie sie die Lücke der Flucht und Integration in Deutschland kaschieren sollten. Ich fand das unfassbar. Da ist ein Mensch auf der Flucht aus seinem Land und überlegt, diese Zeit zu kaschieren. Nein, hier wird nichts kaschiert, hier wird ehrlich geschrieben, warum und wieso an dieser Stelle im Lebenslauf eine „Lücke“ entstand. Und jeder wird es verstehen. Denn die Frage ist doch:

Was sind überhaupt  „Lücken im Lebenslauf“?

Und genau darauf habe ich bis heute keine wirkliche Antwort erhalten. Was ich erfahren habe: Menschen haben Brüche in ihren Lebensläufen, die sie als Lücke empfinden. Als Makel. Als negatives Merkmal. Gehe ich in die Tiefe und frage konkret nach „Warum glaubst du, ist dies eine Lücke?“ ernte ich staunende und ungläubige Blicke. Aber meine Frage ist ernst gemeint – also arbeiten wir an einer Antwort. Ich möchte wissen, warum bei diesem Menschen dies oder jenes los war. Komplett ehrlich, ohne es in schicke Worte zu fassen, einfach gerade heraus. Nun kommt meistens ein wirklich interessantes und spannendes Gespräch zustande. Ich erfahre viel über diesen Menschen und seine Geschichte. Und meistens kann ich seine „Lücke“ wirklich gut nachvollziehen. Denn Begründungen sind häufig: Krankheit, Pflegefall in der Familie, berufliche Neuorientierung. Jetzt frage ich DICH: Empfindest du das als „Lücke“? Als Makel? Als Karrierehemmnis? Nehmen wir das Beispiel „Berufliche Umorientierung“ und sehen es aus einem anderen Blickwinkel: Eine 35jährige Bankkauffrau stellt fest, dass sie in diesem Job keine weitere 30 Jahre arbeiten möchte. Sie kündigt, besucht viele Workshops, liest Bücher zum Thema „Berufliche Neuorientierung“. Schließlich hat sie ihren Traumjob gefunden, schreibt Bewerbungen, führt erste Gespräche. Zwischendurch hat sie noch die ein oder andere Jobmesse besucht. Wie sehen wir diese Frau? Als eine Frau, mit einem Makel, weil sie ihren Job hingeschmissen hat? Oder als eine Frau, die sich Gedanken darüber macht, wie sie weitere 30 Jahre einigermaßen glücklich ihrer Tätigkeit nachgehen möchte und auf dem Weg zu einem neuen Job mutig  und sehr fleißig ist? Genau: Eine Frage des Blickwinkels! Ich sehe in dieser Frau eine mutige, entschlossene, ehrgeizige und fleißige Frau. Denn ich weiß aus Erfahrung, dass sie den steinigeren Weg geht. Einfach in der Bank bleiben, Zeit absitzen, Dienst nach Vorschrift ginge schließlich auch. Und diese Frau soll eine „Lücke“, einen „Makel“ im Lebenslauf haben? Den sie am besten noch vertuschen soll? Wie gesagt: Das sind Lebensläufe, die ich spannend finde! Genauso sieht es mit den anderen Fällen aus, wo es „vermeintliche“ Lücken gibt: Krankheit zum Beispiel. Jemand hat lange im Unternehmen gefehlt, weil er Langzeit erkrankte. Nun wird er in eine andere Abteilung verssetzt, hat vielleicht den Anschluss verpasst, muss sich evtl. sogar einen neuen Job suchen. Als wäre dieser Mensch nicht schon gestraft genug, hat man ihm auch noch geraten, diese „Lücke“ zu kaschieren. Aber bitteschön: Wie geht eigentlich „kaschieren“? Ja, ein Trick fällt mir ein: Ich nenne im Lebenslauf nicht die Monatsangaben, also von welchem bis zu welchem Monat ich Stelle xy inne hatte. Stattdessen, tada!, nenne ich nur die Jahreszahl! Macht aus vielleicht 10 Monaten Lücke keine Lücke mehr. Tolle Idee? Naja, glaubst du, die Personaler kennen den Trick auch.  Und interpretieren möglicherweise was ganz anderes in diese Lücken hinein. Machen es also „schlimmer“ als es ist. Wie wäre es  mit:

Mut zur Lücke!

Wenn unser Bewerber die wahren Gründe kennt und beim Namen nennt? Ist er dann nicht viel glaubwürdiger? Authentischer? Was ich nicht möchte sind Lügen. Sie passen einfach nicht in mein Bild eines Bewerbers. Weder in den schriftlichen Unterlagen noch im Vorstellungsgespräch. Und raus kommen sie früher oder später doch sowieso, oder? Ehrlichkeit kann natürlich auch bestraft werden. Angenommen, unser Beispielbewerber entscheidet sich zur Ehrlichkeit. Er benennt das Kind beim Namen und: erntet Unverständnis. Diesem Bewerber würde ich raten, sich davon nicht kleinkriegen zu lassen. Es gibt IMMER Menschen, die anderes „ticken“ als wir. Allen Recht machen könne wir es nicht. Wir sollten nicht den Anspruch haben, „Everybodys Darling“ zu sein. Und ehrlich gesagt, möchte ich persönlich in keinem Unternehmen arbeiten, bei dem eine Lücke auf Unverständnis stößt. Wichtig ist die Perspektive, mit der wir uns sehen. Und vor allem im Spiegel ansehen. Ehrlich müssen wir erstmal nur zu uns sein. Damit fängt alles an. Innere Haltung, Achtsamkeit mit sich selbst. Akzeptieren wir unsere Ecken und Kanten, unsere Brüche und Fehlentscheidungen, haben wir die Chance, sie auch anderen Menschen glaubhaft zu vermitteln. Ist denn „Krankheit“ wirklich ein Makel? Oder ist sie das nur in unserer Einstellung? Sind wir so erzogen worden? Jeder kann krank werden. Jeder hat das Recht krank zu werden! Aber wenn er wieder gesund ist, hat auch jeder das Recht auf einen Neuanfang! Klar, das ich niemandem rate, sich während einer schlimmen Erkrankung zu bewerben. Denn es muss natürlich ebenso erkennbar sein, dass sich unser Bewerber wieder erholt hat und wieder (vollständig) einsatzfähig ist. Davon gehe ich selbstverständlich aus. Fazit: Habe MUT ZUR LÜCKE! Und schaue auf Menschen aus deiner Umgebung – wer hat „Lücken“? Wer hat keine? Ich wette, die meisten Menschen haben Lücken im Lebenslauf. Und viele versuchen diese zu kaschieren. Mannomann, wie anstrengend!

 

Ach ja: Ich habe hier zwei Beispiele exemplarisch heraus gegriffen. Die Frau aus der Bank und den ehemals kranken Bewerber. Ich könnte jetzt noch andere Beispiele heranziehen. Die Bewerberin, die aufgrund eines Pflegefalls in der Familie eine Lücke hat. Oder den ehemaligen Aussteiger, der es sich tatsächlich erlaubt hat (wie unverschämt!) ein paar Monate um die Welt zu ziehen. Auch hier kann ich dir Argumente an die Hand geben, warum auch diese Beispiele für mich keine Lücken darstellen. Denn sie übernehmen Verantwortung, nehmen sich selbst zurück, erkunden andere Kulturen und wachsen daran. Ich denke aber, dass du verstanden hast, worum es mir geht, oder?  Genau. Es geht mir um Ehrlichkeit, die Blickrichtung und die Erkenntnis, dass es nie die „eine Wahrheit“ gibt.

Kommen wir nochmal zum Anfang zurück:

„Liebe Christina, wie soll ich schreiben, dass ich 6 Monate nichts gemacht habe?“

„Wie kann ich vertuschen, dass ich in den letzten Monaten mehrfach meinen Job gewechselt habe?“

„Man sagt doch, der Lebenslauf darf keine Lücken haben.“

Was sage ich den Menschen, die mir diese Fragen stellen? Genau:

  1. Ich frage nach den genauen und wahren Gründe.
  2. Ich stelle Gegenfragen: Hast du wirklich „NICHTS“ gemacht?
  3. Ich frage: Wie siehst du die Sache aus deiner persönlichen Perspektive?

Und dann – löst sich schnell ein Knoten. Die Blickrichtung ändert sich. Die Last, sich überlegen zu müssen, wie etwas kaschiert werden kann, fällt von manchen Schultern! Und dann freue ich mich.

 

Hat dir der Beitrag gefallen? Hast du auch „Lücken“? Berichte im Kommentarfeld oder schreibe mir eine MAIL. Ich bin gespannt und freue mich über deine Rückmeldung!

 

Ganz liebe Grüße

Christina

 

Christina Thiel Karriereberatung