Jobwechsel light – es muss nicht immer der große Neustart sein

Christina Thiel: Jobwechsel

 

Es ist gerade Donnerstag, jetzt, in dem Moment, in dem ich diese Zeilen schreibe. Donnerstag, so habe ich es heute wieder im Radio gehört, ist der „kleine Freitag“. Also der Tag vor dem endlich herbeigesehnten letzten Tag vor dem Wochenende. Ist zwar nicht bei allen so (Krankenhaus, Polizei, Feuerwehr … ), aber eben bei vielen berufstätigen Menschen. Endlich nicht arbeiten müssen, endlich FREI! Keine sinnlosen Aufgaben, keine nervigen Chefs und Kollegen, die vielleicht auch noch besonders gut mobben können. Der Gallup Engagement Index 2016 hat herausgefunden, dass 70% der Mitarbeiter emotional wenig an ihr Unternehmen gebunden seien und vor allem Dienst nach Vorschrift machen. 15% der Mitarbeiter haben sich bereits innerlich vom Unternehmen verabschiedet, sie haben innerlich gekündigt. Zahlen, die mich sprachlos machen! Wie kann es sein, dass in solch guten Konjunkturzeiten sich so viele Menschen am Arbeitsplatz so unwohl fühlen? Wie kann es sein, dass Donnerstag der „kleine Freitag“ ist, dass wir uns das Wochenende so sehr herbeisehnen? Ist es denn tatsächlich so schlimm im Job? Was macht das mit unseren Kindern, wenn wir ihnen sagen: Nur noch 1x schlafen, dann ist endlich schulfrei? Wollen wir ernsthaft erwarten, dass sie einigermaßen gerne zur Schule gehen? Oder ist es nicht eher so, dass wir suggerieren „Schule ist doof – und mein Job auch“? Dabei verbringen wir dort doch verdammt viel Zeit, sei es auf der Schulbank, im Büro, im Labor oder wo auch immer. Zu schade, es geht so viel Energie und Motivation nicht nur bei uns ins Leere, sondern bedeutet auch einen wirtschaftlichen Schaden für uns alle. 105 Milliarden jährlich, so die Gallup-Studie.

 

Die Lösung gegen Jobfrust? Versuche es mal mit Jobwechsel light

Manchmal können auch kleine Veränderungen große Dinge bewirken.  Wer sagt schon, dass du direkt den Wahnsinns-Jobwechsel vollführen musst? Manchmal liegt das Gute doch so nah …

Christina Thiel Bewerbung

Interne Bewerbung – Jobwechsel im eigenen Unternehmen

Hast du schon mal darüber nachgedacht, wie ein interner Stellenwechsel frischen Wind in dein Jobleben bringen kann? Oder hast du es vielleicht schon mal ausprobiert? In vielen Unternehmen ist es so, dass zuerst die internen Mitarbeiter über freie Stellen informiert werden (müssen). Sollten sich daraus keine geeigneten Kandidaten finden, wird erst die Öffentlichkeit informiert und eine Stelle öffentlich ausgeschrieben. Vorteil einer internen Bewerbung für dich: Du schraubst nur an einer kleinen Schraube, musst keine Kündigungszeiten beachten, kennst dich aus im Unternehmen. Und möglicherweise reicht für dich bereits dieser kleine Jobwechsel.

Bewerbung in einem anderen Unternehmen aber in gleicher Position

„Karriere“ bedeutet, zumindest für mich, nicht unbedingt: Schneller, höher, weiter. Daher ist für mich auch ein Jobwechsel in gleicher Position, gleicher Branche … absolut gleichwertig. Die Buchhalterin, die glücklich mit ihren Aufgaben ist aber doch innerlich gekündigt hat, weil das Umfeld stresst, kann möglicherweise mit einem Wechsel auf gleicher Ebene in ein anderes Unternehmen sehr viel Zufriedenheit erreichen. Vorteil: Sie kennt sich inhaltlich aus, die Einarbeitungszeit fällt kürzer aus, sie tankt neue Motivation.

Gespräch mit dem Chef/ BR/ Kollegen

Manchmal wirkt es Wunder, „einfach“ zu sprechen. Horche in dich hinein und beantworte dir genau die Frage, warum du in deinem Job so unglücklich bist. Waren es ein paar Kommentare, die dich verletzt haben? Ist es fehlendes Vertrauen der Führungskraft? Fühlst du dich an deinem physischen Arbeitsplatz unwohl? Dann rede! Bevor du den kompletten Neustart hinlegst! Was hast du zu verlieren? Gehen kannst du immer noch. Als Gesprächspartner muss gar nicht unbedingt dein Chef fungieren. Manchmal ist es besser, den Betriebsrat oder die Kollegen einzubeziehen. Vorteil: Deinen Kollegen, deinem Chef ist vielleicht gar nicht bewusst, dass du dich unwohl fühlst. Manchmal können einfache Worte Berge versetzen. Stell dir vor, du nutzt diese Chance nicht und fragst dich später: Warum habe ich eigentlich nicht das Gespräch gesucht?

 

Christina Thiel Jobwechsel

Weiterbildung – der Jobwechsel kann warten!

Ok, für dich sind weder interne noch externe Bewerbungen des Übels Lösung. Auch Gespräche hast du schon oft genug geführt … du hast vielleicht schon einen neuen „Traumjob“ im Kopf, benötigst aber noch die eine oder andere Weiterbildung. Dann starte! Auch wenn du noch in deinem Job verharrst. Vorteil: Du tankst Motivation indem du den ersten Schritt gehst, siehst wieder Perspektiven für dich. Und für deine Persönlichkeit und natürlich auch deine fachliche Kompetenz sind Weiterbildungen immer gut! So kriegst du zumindest schon mal den Kopf frei und kommst damit auf andere Gedanken.

Christina Thiel Weiterbildung

Zusammenfassung:

Wer sagt, dass Jobfrust direkt das ganz große Kino an Veränderung benötigt? Horche genau in dich herein und frage dich, welche kleinen Schrauben es gibt, an denen du drehen kannst: Interne Bewerbung? Externe Bewerbung für ähnliche Stelle? Gespräche? Oder alles bleibt erstmal beim Alten und du beginnst dich weiter zu bilden?

Im Artikel „Gehen oder bleiben? Jobwechsel nötig?“ gebe ich dir Impulse mit auf dem Weg, die dich bei dieser Entscheidung unterstützen.

Welche Erfahrungen hast du gemacht? Berichte mir in den Kommentaren, ich freue mich!

Deine Christina

 

Christina Thiel Karriereberatung

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